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Liebe Gemeinde,

„Die Nacht ist vorgedrungen“, so singen wir in einem ergreifenden Adventslied (GL 220). Wenn es Nacht ist, dann ist es dunkel. Und ohne künstliches Licht auch finster, stockdunkel. Die Nacht macht uns Angst, zumindest ängstlich. Wir werden unsicher. Dunkelheit bedrückt uns, schlägt aufs Gemüt. Wofür kann „Nacht“ aber so alles stehen:

Da sind die äußeren Umstände, wie bei Jochen Klepper der Nationalsozialismus: Hakenkreuze – Aufmärschen – Holocaust – Krieg. In Syrien, im Jemen, in Nordkorea – und in vielen anderen Ländern ist es heute Nacht.
„Nacht“ steht auch für persönliches Leid: körperliche oder seelische Krankheit, Trauer, etc.
„Nacht“ kann aber auch meinen: das Böse schlechthin. Vom Licht abgewendet sein, d.h. von Gott abgewendet sein, die Sünde. Jeder von uns findet in seinem Leben auch Nacht, etwas, was unser Leben dunkel macht.
Aber die Dunkelheit, die Nacht ist nicht das Maß aller Dinge, sondern der Tag, das Licht, Gott ist es.
So wie wir uns jetzt im Winter, besonders wenn es bewölkt und noch dunkler ist, nach den langen, hellen Tagen im Sommer sehnen, so sehnen wir uns nach dem wahren Licht, nach Gott.

Die Sehnsucht hilft uns: wir wenden uns dem Licht zu, wenn es kommt. Jesus Christus, der Morgenstern beleuchtet unsere Angst, unsere Pein. Die von außen auf uns einströmt, aber auch die, die wir in uns tragen. So wie der Morgenstern den Tag ankündigt, das Licht, die Freude, so sagt Christus uns: Gott hat uns nicht abgeschrieben: Er will im Dunkel wohnen, er wird ein Kind und Knecht, er verbündet sich mit uns. Er wandert mit uns.

Wir dürfen froh sein, uns freuen – gaudete. Denn welche Nachricht ist hoffnungsvoller als: Gott ist mit uns.

„Wenn jemand einen kleinen Schritt auf Jesus zu macht, entdeckt er, dass dieser bereits mit offenen Armen auf sein Kommen wartete. Das ist der Augenblick, um zu Jesus Christus zu sagen: „Herr, ich habe mich täuschen lassen, auf tausenderlei Weise bin ich vor deiner Liebe geflohen, doch hier bin ich wieder. Ich brauche dich. Nimm mich noch einmal auf in deine erlösenden Arme.“ Es tut uns so gut, zu ihm zurückzukehren, wenn wir uns verloren haben!“ (Papst Franziskus, Evangelii Gaudium) Dazu sollen uns auch die Bußandachten und Beichtmöglichkeiten in der Woche vor Weihnachten helfen. Damit es auch für uns wie in dem Lied von Jochen Klepper heißt es: „Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr.“

Ihnen allen eine weiterhin gesegnete Adventszeit
Pfarrvikar Wolfgang Biedaßek

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