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Südvierteljugend in Cuxhaven

Herbstferienfreizeit 2019

Für die Südvierteljugend ging es zum zweiten Mal in Folge in den Herbstferien auf Ferienfreizeit. 36 Kinder und Jugendliche begaben sich vom 13. bis 20. Oktober 2019 unter der Leitung von Jugendreferentin Carola Bialdyga auf die Ferienfreizeit. Das diesjährige Ziel lautete Sahlenburg in Cuxhaven. Die kommende Woche hielt viele Abenteuer und Abwechslung für alle bereit!

Am Sonntag, den 13. Oktober 2019 startete die Reisegruppe von der Rigal‘schen Wiese, Bonn-Bad Godesberg. Die Kinder und Jugendlichen brechen auf eine spannende Reise auf. Pünktlich um 8 Uhr nimmt die Gruppe Kurs auf Cuxhaven an der Nordsee. Die Kinder sind noch schlaftrunken, anders kann man sich die erwartungsvolle Stille im Bus nicht erklären. Sechs Stunden später Ankunft im „Haus zur Sahlenburg“. Regen, Aufregung, das Gepäck wird in den 2. Stock geschleppt und fast wird das halbe Material in den versteckten Ladefächern des Busses vergessen. Erstmal ankommen, Zimmer zuteilen, Haus erkunden, sich kennenlernen, viele alte, aber auch viele neue Gesichter, Essen fassen und ein erster Abendimpuls. Der erste Tag ist schnell rum.

Der nächste Morgen bricht an und das Weckkommando lässt nicht lange auf sich warten. 7 Uhr: Sanft werden die Kinder mit den gewohnten Klängen des letzten Jahres, lauten Liedern und Hämmern an den Türen, aus dem Tiefschlaf gerissen. Die Crew hat einiges spielerisches für den ersten richtigen Tag geplant. Erstmal Regeln aufstellen, damit das Haus auch noch nach der Woche noch steht. Zum besseren Kennenlernen gibt es eine erste „Exkursion“ (10 Minuten Fußweg von der Jugendherberge entfernt) an den Strand. Wer jetzt das weite Meer erwartet, wird große Augen machen: Watt, so weit das Auge reicht! Hier herrschen die Gezeiten, die Flut lässt bis nachmittags auf sich warten. Deshalb sind hier sind echte Abenteurer gefragt: Auf die Plätze, fertig, Sandburgen bauen! Doch der Strand ist nicht nur ein Strand, er ist auch Filmkulisse … für die neue Boyband des Südviertels: „I want it that way“ wird gecovert (zu begutachten auf: instagram.com/jugendarbeitsouthside). Die Mittagspause wird darüber hinaus von den Kids genutzt, um Sahlenburg unsicher zu machen und den Dorfladen leer zu kaufen! So viel Kundschaft findet sich vermutlich sonst selten.

Dritter Tag, Dienstag. Matschhose, feste Schuhe (oder auch nicht!) und auf geht’s zum „Wattenmeer Besucherzentrum“. Die Godesberger Abenteurer erwartet eine Wattwanderung: Wattwürmer, Muscheln, Krebse, Algen, Kinder voller Matsch, all das tümmelt sich im weiten Wattenmeer. Die Sonne hat mitgespielt, sodass sich einige dazu entschieden, die Wanderung barfuß zu bestreiten. Am Nachmittag haben die Jugendleiterinnen Hannah und Lucy einen spirituellen Nachmittag vorbereitet. Mit Gesang, Traumreisen, Briefe schreiben und Leinwändchen gestalten geht es in die Kleingruppen.

Am Mittwoch hieß es: Ahoi!(-Bad). Raus in den Regen, 4-km-Marsch zum Schwimmbad im nächsten Dorf namens Duhnen. Ab ins salzige Wellenbad! Trotz roter Augen haben alle viel Spaß beim Schwimmen und Rutschen und beim Toben in den Wellen. Das Leiterteam fasst folgende Vorteile bei einem Schwimmbadbesuch während einer Ferienfreizeit zusammen: müde Kinder und vor allem saubere (!) Kinder. Zu keinem anderen Zeitpunkt ist die Trefferquote geduschter Kinder so hoch! Nach einem Picknick steht die Qual der Wahl: Rückmarsch zur Jugendherberge oder Duhnen erkunden und die „Touri-Shoppingmeile“ auseinandernehmen. Der Abendimpuls zum Thema „Freundschaft“ ist an diesem Abend sehr prägend für alle. Nach der Hälfte der Fahrt sind inzwischen alle zu einer großen Gemeinschaft zusammengewachsen, Freundschaften sind entstanden und das Lied „Count on me“ von Bruno Mars schreibt hier Ferienfreizeit-Geschichte. „You can count on me, like one two three – I‘ll be there. And I know, when I need it, I can count on you like four three two – You’ll be there. ´Cause that’s what friends are supposed to do, oh yeah.“ Wie sehr uns alle diese Zeilen noch prägen sollten, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Tag 5, Donnerstag: Schon wieder raus in den Regen, heutiges Ziel: Cuxhaven. An dem sehr schönen Hafen „Alte Liebe“ kletterten alle auf die „Störtebeker“. Anker lichten und ab ging es zu einer etwas diesigen Hafenrundfahrt, die schließlich Kurs auf die Seehundbänke nahm. Hier zeigten sich immerhin fünf Seehunde, die sich von der „Störtebeker“ nicht stören ließen. Ein bisschen Natur und Ruhe genießen und Seehunde in ihrer natürlichen Umgebung bestaunen. Wieder festen Boden unter den Füßen gab es für alle eine kleine Stärkung am Hafen. Eigentlich war aufwärmen angesagt mit heißer Schokolade, einige drehten den Spieß um und gönnten sich ein Eis. Bei 13 Grad auch völlig legitim! Anschließend ging es rein nach Cuxhaven, die „Innenstadt“ erkunden. Endlich richtig shoppen gehen! Und die Jugendleiter so: Kinderpause! Am Abend erwarteten wir hohen Besuch: Unser leitender Pfarrer Edward Balagon gab uns die Ehre. Die weite Anreise aus der Heimat nahm er extra auf sich, um mit uns Messe zu feiern. Doch die Messe sollte eine ganz besondere werden. Nach einer Nachtwanderung mit missglückten Erschrecker-Versuchen fanden sich alle in den Dünen vom Sahlenburger Strand wieder. Im Mond- und Kerzenschein feierten alle eine sehr andächtige Messe. Pfarrer Balagon beeindruckte mit seiner modischen Lederjacke über dem Gewand, sehr lässig! Zum gemeinsamen Spaß stimmte man am Ende neben „Jesus Christ“ und einer Tanzeinlage auch erneut die Backstreet Boys an.

15. Oktober 2019, Freitag – Schicksalstag. Der Tag, an dem wir erfuhren, wie stark wir zusammengewachsen waren. Die Fahrt mit der Fähre zur Insel Neuwerk war noch harmlos. Neu-werk ist ein Eiland. Viel Land, wenige Menschen, zu Beginn schönes Wetter. Stopp zur Mittagspause am ältesten Leuchtturm der Welt aus dem 13. Jahrhundert. Eigentlich spannend! Die Kinder toben, die Wiese ist etwas rutschig. Der Himmel verdunkelt sich. Es kommt zu einem Sturz und Erste Hilfe wird geleistet. Ein Unwetter zieht auf, die Gruppe verlegt ihre Pause in ein kleines Café mit Pavillon nebenan. Es stürmt und schüttet wie aus Eimern. Ein Rettungswagen wird gerufen, unsere Patientin wird eingeladen und schließlich mit einer Jugendleiterin per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Zum Glück ist die Diagnose nicht zu gravierend: Gehirnerschütterung. Schnell geht es zur Fähre und somit aufs Festland zurück. Nach einem stärkenden Abendessen verläuft der Abend für alle ruhig, es gilt, das Geschehene zu verarbeiten.

Der vorletzte Tag und wir dürfen richtig Lärm machen: Mit Weckliedern á la „Biene Maja“, „Hey Wicki“ und „die Gummibärenbande“ werden die Kinder rücksichtsvoll aus den Betten geholt. Nach so vielen Ausflügen wird der vorletzte Tag nochmal für einen Strandbesuch genutzt. Geländespiele, Gruppendynamik, Sandburgen bauen, eigentlich wie am Anfang. Das Abenteuer endet mit einem Feuer zum Abendimpuls und dem legendären schicken Abend. Der Eintritt kostet die Unterschrift auf den Postkarten. Wir hoffen, die Post ist bei allen angekommen! Es wird getanzt und gefeiert! Das Leiterteam erlaubt sich einen letzten Spaß: Kinder wecken – um 2.30 Uhr nachts! Laute Pfiffe, Türen knallen und „Aufstehen! Nachtwanderung!“ lässt die Kinder aus den Betten springen. Auf dem Flur sind jetzt alle wach. Aber die Leiter wissen von nichts, das müssen die bösen Studenten gewesen sein, die auch im Haus wohnen. Kurzum: Es war lustig – für die Leiter, nicht für die Kinder! Am Sonntag kehrten alle wieder nach Hause zurück. Auch unser Sorgenkind empfing uns wieder freudestrahlend am Bus. Ende gut, alles gut! Die Jugendleiter sind auf dieser Ferienfreizeit zu einem ganz besonderen Team zusammengewachsen. Ein riesiges Dankeschön – und sie hätten noch so viel mehr verdient! – geht an das Leiterteam!