Navigation

© privat

 

Jetzt spenden

Katholische Flüchtlingshilfe im neuen Online-Look

Screenshot www.fluechtlingshilfe-in-godesberg.de

Ehrenamt als Motor der Integrations- und Flüchtlingsarbeit

Seit 2015 ist die Flüchtlingshilfe des Kirchengemeindeverbands Bad Godesberg, damals unter der Führung von Pfarrer Dr. Wolfgang Picken, in der Integrationsarbeit von geflüchteten, in Bad Godesberg wohnenden Familien und Einzelpersonen, ununterbrochen engagiert.

Seit der Flüchtlingskrise haben tausende von Geflüchteten Schutz und Unterstützung in Godesberg gesucht und wurden von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Aktiven Hilfestellung leistend begleitet und betreut. Vor allem das Ehrenamt hat in den ersten Jahren Kleidung und Wohnungen organisiert und sich um Formularhilfe und Amtsgänge gekümmert. Auch wenn die Dringlichkeit der ersten Stunden abgeschwächt ist, bleiben nach wie vor Herausforderungen für die geflüchteten Familien, vor allem in Zeiten von Corona.

Dank der Bewilligung eines dreijährigen Projekts der „Aktion Mensch“ kann die katholische Flüchtlingshilfe ihre Arbeit strukturiert und kreativ vorantreiben. Das Projekt, „Ehrenamtskoordination als Aspekt der Integration zum Zwecke der Förderung und Vernetzung ehrenamtlicher Projekte im Bereich der Flüchtlingshilfe“ hat es sich zum Ziel gemacht, das Ehrenamt als Motor der Integrationsarbeit einzusetzen und die Freiwilligen – ausdrücklich auch Personen mit Fluchthintergrund – dort einzusetzen, wo Bedarf besteht. Aus diesem Grund wurde die Webseite www.fluechtlingshilfe-in-godesberg.de eigens für das ehrgeizige Projekt neu konzipiert und entworfen, so dass sowohl Ehrenamtliche als auch Hilfesuchende zu einander finden können. Die barrierefreie, leicht zu bedienende Webseite in einfacher Sprache erlaubt, dass Personen ihre Engagementbereitschaft bzw. ihre Hilfesuche online ausfüllen und entsprechend die zwei Parteien zu einander geführt werden.

Alice von Spee, Koordinatorin der Projektstelle der Aktion Mensch, bestätigt, dass die Bedarfe die bei den Geflüchteten am häufigsten vorkommen, Spracherwerb und Kontakt zu Deutschen sind. „In der Bedarfsanalyse der Geflüchteten kommt immer wieder der Wunsch vor, Deutsch zu sprechen und den Kontakt zu Deutschen zu haben“, sagt sie. „In Corona-Zeiten ist dieser Kontakt nicht immer leicht zu gestalten, und wir suchen stets nach kreativen, sicheren Lösungen.“ Dennoch sei die Engagementbereitschaft, vor allem von jungen Menschen, so groß wie lange nicht mehr. Viele StudentInnen, die gerade Online-Unterricht machen, melden sich, um Deutschunterricht und Nachhilfe zu geben. „Vor allem in der Zeit von Homeschooling wird immer transparenter, dass die geflüchteten Familien oft mit der Hausaufgabenbetreuung ihrer Kinder überfordert sind. Hier müssen wir handeln“, so von Spee. Auch junge, berufstätige Menschen würden sich abends und am Wochenende die Zeit nehmen, sich mit geflüchteten Familien zu treffen. Christine Robinson, Mutter von zwei Kindern, die nebenbei ihre Masterarbeit schreibt, findet nach wie vor Zeit, um sich um zwei geflüchtete Familien zu kümmern: „Schon nach einer kurzen Zeit sieht man deutliche Fortschritte sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern. Die Arbeit macht mir Freude, auch in Corona-Zeiten mit Masken und Abstand.“

Die katholische Flüchtlingshilfe hofft, dass die neue, frisch eingerichtete Webseite mit einem Anmelde-Tool die neue Dynamik in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit wiederspiegelt. Sechs Jahre nach der Flüchtlingskrise sind viele der Geflüchteten in der Lage, anderen Geflüchteten zu helfen und so ein bisschen von ihrer zuvor erfahrenen Unterstützung zurückzugeben. Darüber freut sich Alice von Spee am meisten: „Die vielen Erfolgsgeschichten von geflüchteten Menschen machen uns Mut, dass eine erfolgreiche Integration und eine dadurch entstehende positive Diversität gelingen kann.“

Über weitere Freiwillige bei diesem spannenden Projekt freut sich die katholische Flüchtlingshilfe. Weitere Infos sind zu finden unter:

Link zu www.fluechtlingshilfe-in-godesberg.de ...


Bild: © Angie Radtke